Ganztags an der Schule - warum eigentlich nicht?

Kinder in der Betreuung
Ganztagsförderung für Grundschulkinder

Ganztags an der Schule - der Ulmer Weg zur Umsetzung des Ganztagsförderungsgesetzes (GaFöG). Wir teilen unsere Vorstellung eines guten Ganztags mit Ihnen! 

Ein guter ganzer Tag an der Schule - Das GaFöG

Mit dem Gesetz zur ganztägigen Förderung (GaFöG) hat der Bund 2021 einen wichtigen Schritt gemacht, um Familien nach der KiTa eine verlässliche Betreuung für ihre Grundschulkinder zu ermöglichen. Ziel ist es, die Betreuungslücke zu schließen, die nach der Einschulung für viele Familien entsteht.

Der Rechtsanspruch auf eine ganztägige Förderung wird schrittweise eingeführt:

  • Start: Ab dem Schuljahr 2026/27 für Kinder der 1. Klasse.

  • Umfang: Von Montag bis Freitag acht Stunden täglich, auch während 10 Ferienwochen im Jahr.

Der Rechtsanspruch richtet sich an alle Grundschulkinder der Regelgrundschulen sowie der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren.

Die Einführung des GaFöG ist eine Chance, den Ganztag an Grundschulen neu zu denken und zukunftsfähig zu gestalten. Als Schulträger und Stadtverwaltung setzen wir uns dafür ein, diese Herausforderung aktiv anzugehen und dabei stets die Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen.

Ihre Mitgestaltung ist gefragt!

Wir möchten alle am Schulleben Beteiligten – Sorgeberechtigte, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und weitere Akteure – dazu einladen, ihre Erfahrungen, Erwartungen und Vorstellungen eines guten Ganztags mit uns zu teilen. Gemeinsam entwickeln wir Konzepte, die eine hohe Bildungs- und Betreuungsqualität gewährleisten.

Unser Projekt „Ganztags an der Schule – der Ulmer Weg“ wird von der Abteilung Bildung und Sport der Stadt Ulm koordiniert. In enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten gestalten wir eine nachhaltige Umsetzung des Ganztagsförderungsgesetzes – für die Kinder von heute und morgen.

Betreuungsangebote heute

Betreuungsangebote für Grundschulkinder

Die Abteilung Bildung und Sport sorgt an jeder Grundschule für ein passendes Betreuungsangebot. Dabei stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

Verlässliche Grundschule (VGS): Ein kommunales, kostenpflichtiges Angebot mit Betreuungszeiten vor Unterrichtsbeginn (ab 7:30 Uhr) und nach Schulende (12:00 bis 14:00 Uhr).

Flexible Nachmittagsbetreuung (FNB): Ebenfalls kommunal und kostenpflichtig, ergänzt die VGS und bietet Betreuung am Nachmittag von 14:00 Uhr bis maximal 17:00 Uhr.

Ganztagszug (GT) an Ganztagsgrundschulen: Abhängig vom gewählten Ganztagesmodell ist der Schulbesuch an drei bis fünf Tagen bis 15:30 oder 16:00 Uhr vorgesehen. Zusätzlich gibt es an allen Tagen ein kostenloses kommunales Betreuungsangebot von 7:00 bis 17:00 Uhr.

Ferienbetreuung

In den Ferien stehen weitere Betreuungsangebote bereit:

6 Ferienwochen im Jahr: Eine Woche im Herbst, an Ostern und Pfingsten sowie drei Wochen im Sommer – jeweils von 7:30 bis 14:00 Uhr (inkl. einem Ausflugstag bis 17:00 Uhr).

Ganztagsschulen: Für Kinder aus Ganztagsschulen wird eine Ferienbetreuung von 7:00 bis 17:00 Uhr inklusive Mittagessen angeboten. Alle Ferienbetreuungen sind kostenpflichtig. Weitere Informationen zum bestehenden Ferienbetreuungsangebot finden Sie unter Stadt Ulm - Ferienbetreuung

Offenes Konzept des kommunalen Angebots

Die Schulkindbetreuung folgt einem offenen Konzept, das auf die individuelle Entwicklung und das Erleben vielfältiger Anregungen und Angebote der Kinder abzielt. Pädagogisch geschulte Fachkräfte begleiten die Kinder, setzen altersgerechte und themenorientierte Angebote um und schaffen ein Umfeld, das sowohl fördert als auch begeistert.

Rund 75 % der Grundschüler*innen nutzen das Betreuungsangebot.

Etwa 70 % besuchen eine Ganztagsschule oder nehmen mindestens einmal pro Woche das FNB-Angebot bis maximal 17:00 Uhr wahr.

Weitere Informationen zum Angebot der Schulkindbetreuung finden Sie unter Stadt Ulm - Betreuungsangebote Ulmer Schulen

Der Ulmer Weg zur Ganztagsförderung

Unser Ziel: Ein Lebensraum für Kinder

Wir möchten, dass Schule mehr wird als ein Lernort – sie soll ein Lebensraum für Kinder sein. Hier fühlen sich die Kinder wohl, werden wahrgenommen und aktiv in die Gestaltung ihres Schulalltags eingebunden. Durch die Förderung individueller Fähigkeiten und Interessen sowie die Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse schaffen wir einen Rahmen, in dem formelle und informelle Bildung sich harmonisch abwechseln. Außerschulische Partner*innen aus beispielsweise Sport, Kultur, Musik und Theater tragen als verlässliche Akteure zur Gestaltung eines abwechslungsreichen Ganztags bei.

Unsere Vision: Ganztagsschulen für alle

Um unser Ziel zu erreichen, sollen sich alle Ulmer Grundschulen schrittweise zu Ganztagsschulen entwickeln – mindestens in Wahlform mit einer Betreuungszeit von acht Stunden täglich. Ergänzend wird an weiteren Nachmittagen eine kommunale Betreuung angeboten, um den Rechtsanspruch zu erfüllen. Zusätzlich bleibt die tägliche Früh- und Spätbetreuung von 7:00 bis 17:00 Uhr als kommunales Angebot bestehen.

Flexibilität bleibt gewährleistet

Für Kinder, die nicht am Ganztag teilnehmen, wird der Betreuungsbaustein „Verlässliche Grundschule (VGS)“ parallel fortgeführt. Der Baustein „Flexible Nachmittagsbetreuung (FNB)“ bleibt bestehen, bis eine Schule zur Ganztagsgrundschule umgestellt wird. Auch die Schulkindverpflegung bleibt für alle Grundschüler*innen zugänglich.

Begleitung auf dem Weg zur Ganztagsschule

Die Umstellung zur Ganztagsschule erfolgt in enger Abstimmung mit Schulleitungen, Eltern und weiteren Akteur*innen des Schullebens. Verwaltung und externe Beratung unterstützen die Schulen bei diesem Prozess, der sich bedarfsorientiert an den individuellen Gegebenheiten vor Ort ausrichtet.

Pilotprojekte: Lernen aus der Praxis

An der Grundschule am Tannenplatz setzen wir ein zukunftsweisendes Pilotkonzept um. Jede Klasse der Stufe 1 wird von einer festen Betreuungskraft begleitet, in den Klassenstufen 2 bis 4 wird jeweils eine Betreuungskraft pro Jahrgang eingesetzt. Diese Bezugspersonen fördern nicht nur die Kinder individuell, sondern schaffen eine enge Verzahnung von Unterricht und Betreuung über den gesamten Tag.

Auch an der Eduard-Mörike-Grundschule erproben wir ein neues Konzept, welches das Ziel eines qualitativ hochwertigen und kindgerechten, rhythmisierten Ganztags verfolgt. Ziel des Pilotstandorts ist es, Aufschluss über die benötigten Ressourcen wie Personalbedarf, Koordinationsbedarf sowie Kooperationsbudget und Ausstattungsbudget zu erhalten. 

An der Martin-Schaffner-Grundschule setzen wir seit dem Jahr 2022 das Projekt "Ganztag und Raum" mit der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft um. Um dem steigenden Bedarf an Ganztagsplätzen gerecht zu werden,  ist es erforderlich, nicht nur mit dem Bau von zusätzlichen Ganztagsräumen und Mensen zu reagieren, sondern viel mehr ein einheitliches und ganzheitliches Bildungsverständnis zu schaffen, um die räumliche Verzahnung von Schule und Betreuung und so auch eine Auslastung aller bestehender Räume über den ganzen Tag hinweg anzustreben. 

„Es gibt nicht den einen Ganztag“

Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Ein guter Ganztag muss so vielfältig sein wie die Bedürfnisse der Kinder und aller Beteiligten.

Dieses Prinzip wird die Weiterentwicklung der Ganztagsbetreuung in Ulm leiten.

Für Kooperationspartner*innen

Beteiligungszeitraum: 27.01.2025 - 23.02.2025

Ein guter Ganztag lebt von Vielfalt und individuellen Angeboten – und genau hier spielen Sie als Kooperationspartner*in eine zentrale Rolle. Ihre Expertise und Ihre Ideen helfen uns dabei, den Schulalltag an Grundschulen abwechslungsreich und nachhaltig zu gestalten.

Für Schulen

Vielfalt und Beteiligung bilden die Grundlage für einen guten Ganztag. Als Kommune unterstützen wir die Grundschulen bei der Umsetzung des Rechtsanspruchs und setzen das Ganztagsförderungsgesetz im Sinne aller Beteiligten um.

Dabei möchten wir adäquate Rahmenbedingungen schaffen, damit sich die Schulen verstärkt auf die pädagogische Gestaltung des (Schul-)Alltags konzentrieren können.

Für Sorgeberechtigte

Ein guter Ganztag lebt von Vielfalt und Beteiligung! 

Uns als Kommune ist es wichtig, das Ganztagsförderungsgesetz im Sinne aller am Schulleben Beteiligten umzusetzen. 
Ein wesentliches Element ist dabei die bedarfsgerechte Unterstützung und Begleitung von Grundschulen bei der Umsetzung des Rechtsanspruchs. 
 

Was bisher geschah....

... und wie es weitergeht.

Umfrage „Ganztags an der Schule – warum eigentlich nicht?“

Eltern, Kinder sowie KiTa- und Grundschulmitarbeitende wurden eingeladen, ihre Wünsche und Erwartungen an einen guten Ganztag zu teilen. Wesentliches Ergebnis: Neben dem Unterricht sind vielfältige, individuelle Angebote entscheidend.

Pilotprojekt „Ganztag und Raum“ an der Martin-Schaffner-Grundschule

In Zusammenarbeit mit der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft wurde ein modernes Ganztagskonzept für Bestandsbauten entwickelt und erfolgreich erprobt. 

Pilotstudie an der Eduard-Mörike-Grundschule (EMU)

Die EMU erprobt ein Ganztagsmodell, das individuell auf die Wünsche und Anforderungen von Kindern, Eltern und Betreuungskräften eingeht.

Pilotstudie an der Grundschule am Tannenplatz

Auch hier wurde ein flexibles Ganztagskonzept implementiert, das auf die Vielfalt der Schulgemeinschaft zugeschnitten ist.

Start des Pilotprojekts Ferienbetreuung im Sozialraum West

Im Sozialraum West wird ein Pilotprojekt für eine verlässliche und flexible Ferienbetreuung gestartet, um neue Konzepte für die Betreuung in den Ferien zu erproben.

Beteiligung von Kooperationspartnern

Vertreter*innen aus Sport, Kultur, Musik, Theater und anderen Bereichen werden in den Planungsprozess einbezogen. Ihre Perspektiven und Ideen helfen dabei, die Anforderungen und Strukturen für eine erfolgreiche Ganztagsförderung zu definieren. Ziel ist es, die Grundlagen für zukünftige Kooperationen zu schaffen.

Weiterentwicklung der Pilotstandorte

Erkenntnisse aus den Pilotprojekten fließen in die Planung weiterer Ganztagsmodelle ein. Die Angebote werden kontinuierlich an die Bedürfnisse der Kinder angepasst.

Aktuelle Meldungen

Kommende Veranstaltungen

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